Foto: ArthurR

07. April
The Aristocrats

/

Diese Band ist ein Witz. Kein Witz. Im US-amerikanischen Stand-Up Dauerbrenner „Die Aristokraten“ ist das Ziel des Vortragenden, sich frei improvisierend in immer hanebüchenere, skurrilere und geschmacklosere Bereiche vorzuwagen, um den ultimativ versautesten Witz hervorzubringen. Passender kann man das einzigartige Trio names The Aristocrats, dieses Phänomen einer Band, in der Tat kaum beschreiben. Hier gibt’s kompromisslose, wirklich progressive Rockmusik zu erleben, deren Etikett sich so viele Bands so gerne ans Revers heften, um dann im Realitätscheck doch im Einheitsbrei zu versinken. Bei Guthrie Govan (Gitarre), Marco Minnemann (Drums) und Bryan Beller (Bass) ist das Absurde und Ungewöhnliche der Normalfall, jagt ein spektakulärer Break, Hook oder Rhythmuswechsel den nächsten.

Dabei bewegen sich die drei Ausnahmemusiker auf einem spielerischen Niveau, welches viele andere Bands in ihren feuchtesten Träumen nicht erreichen. Guthrie Govan ist unter Saitenenthusiasten und Musikerkollegen eine Legende und war nicht nur jahrelang tragende Säule bei Asia und Steven Wilson, auf dessen epischen Alben The Raven That Refused to Sing und Hand.Cannot.Erase. einige der großartigsten Gitarrenparts der jüngeren Prog-Rock-Geschichte auf sein Konto gehen. Seine unglaubliche musikalische Vielseitigkeit zeigt sich auch darin, dass Hollywoods Score-Mastermind Hans Zimmer Govan’s Dienste regelmäßig in Anspruch nimmt. Der Hannoveraner Marco Minnemann gehört indes ohne Frage zu den besten und vielseitigsten Schlagzeugern des Planeten, was eine ellenlange Liste an Projekten beweist, in denen er in den vergangenen Jahrzehnten tätig war und welche von weniger überraschenden Einträgen wie (ebenfalls) Steven Wilson oder Kreator hin zu ungewöhnlicher erscheinenden wie Udo Lindenberg oder Nena reicht. In Szenekreisen legendär natürlich auch sein Auftritt seinerzeit beim Casting eines Nachfolgers von Mike Portnoy bei den Prog-Giganten von Dream Theater (Jordan Rudess: „I couldn’t help myself. It was almost like I had to laugh“). Und auch Bryan Beller’s Koops umfassen illustre Namen wie Steve Vai, James LaBrie oder Joe Satriani. Von daher ist es eine passende, aber doch auch weniger überraschende Anekdote, dass die drei nach einer einmaligen Probe für einen als einmalig geplanten Gig 2011 den Funken überspringen spürten und sich glücklicherweise dazu entschieden, daraus The Aristocrats zu formen.

In 2024 erschien mit Duck das bisher sechste Studioalbum der Band, welches Kernstück der 2026er Tour sein wird. Die neun Songs über eine Gesamtspielzeit von knapp einer Stunde erreichen sogar für die Standards dieser einzigartigen Band ein außergewöhnliches Niveau und umfassen die ganze musikalische Bandbreite der Band, von quirlig-funkigen Riffmonstern wie dem Opener Hey, Where’s My Drink Package? bis zu von wundervollen Melodien und Soli getragenen, vergleichsweise ruhigeren Stücke wie Slideshow.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

 

Für alle Jazz-Fusion-Prog-Rocker in München und Umgebung sollte daher der 7. April ein absoluter Pflichttermin im Konzertkalender 2026 darstellen. Das hier könnte für euch schon früh das Konzert des Jahres werden.


The AristocratsHomepage // 07. April // Technikum // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // Eintritt: 53,97 Euro