Foto: Finn Bundert

03. Februar
Benjamin Amaru

Benjamin Amaru, der eigentlich Benjamin Widmer heisst, ist ein besonders besonderer Singer-Songwriter. Ein Multi-Instrumentalist, der Indie und Pop so fein miteinander zu verweben weiß, wie wenige. Dazu singt er mit seiner weichen, markanten Stimme, die je nach Tonlage irgendwie total an Chris Martin erinnert (insbesondere bei „Song For“ und „Dancing Alone Again“). Von den gigantischen Coldplay abgesehen, erinnert der Sound des Schweizers an Namensvetter Benjamin Clementine, auch mal an Charlie Winston, James Vincent McMorrow oder den absolut unterrepräsentierten Ed Prosek.

Geboren in St. Gallen, aufgewachsen im Appenzell, wuchs Benjamin in einer multikulturellen Familie auf: seine Mutter stammt aus dem Iran, sein Vater ist Schweizer. Das Großwerden zwischen den Kulturen und Sprachen prägte nicht nur ihn selbst, sondern auch sein weltoffenes Songwriting. Dabei entstehen melancholische Balladen, wehmütige Gitarrennummern und frühlingshafte Liedchen. 2018 veröffentlichte der Künstler seine erste EP und pflegt das seither in regelmäßigen Abständen zu tun — zunächst im Alleingang, später dann über Warner Music. Ein erstes und bislang einziges Album gab es dann 2024: i always remember all of my dreahttps://www.youtube.com/watch?v=Pk45kKGN3y8ms (und ja, auch alle 14 Titel der Platte sind im Übrigen klein geschrieben). Schöne Vorstellung, und auch ein sehr schönes Stück Musik. Er selbst beschreibt das Album als persönlichen Blick auf Träume, Erinnerungen und Identität. Eine Reise durch sein Innerstes sozusagen. Darauf zu finden auch das wundervolle „waiting“, welches jedem nach jugendlichem Leichtsinn lechzenden Roadtrip-Film entspringen könnte.

Zuletzt veröffentlichte Benjamin im vergangenen Jahr die EP Nostalgia 9052. 6 Lieder in 20 Minuten umfasst das Ding, dessen Zahlenfolge der Posteitzahl von Niederteufen im Appenzeller Kanton entspricht. Die EP fängt die Gefühlswelt ein, irgendwo zwischen Nostalgie, Kindheit und allen Ambivalenzen, die da so mitschwingen können. Eine 800.000-Personen starke monatliche Spotify-Hörerschaft spricht für sich. Und diese hat er sich größtenteils alleine verdient und aufgebaut, noch vor dem Major-Plattendeal – über Social Media, YouTube und Streaming-Plattformen.

Herr Widmer ließ sich bei der Namensgebung im Übrigen inspirieren von Túpac Amaru, dem letzten Inka-König, Symbolbild für Stärke und fürs Anders-Sein. Benjamin Amaru ist nicht bloß Singer-Songwriter: Er ist ein leidenschaftlicher Live-Performer, für den Konzerte weit mehr als reine Auftritte sind. Sie sind emotionale Reisen durch seine musikalische Welt. Er sagt selbst, dass für ihn ein gutes Konzert bedeutet, Spaß zu haben und Dinge intuitiv geschehen zu lassen, statt ständig über jeden Moment nachzudenken. Davon lässt er sich auch beim Songwriting leiten. Im Studio gibt er sich oft spontanen Melodien hin — er spielt Sequenzen hundert Male, bis sie in ihm „klingen“, bevor Text entsteht. Und er ist ein Geschichtenerzähler, dessen Musik Gefühle, Erinnerungen und tiefe Emotionalität miteinander verwebt – vom Introspektiven bis hin zum Euphorischen.

Ab dem 22. Januar dürfen wir uns nun dann auf 11 Live-Konzerte freuen, 7 davon in Deutschland. Leipzig ist bereits ausverkauft, Prag, Paris, Wien und Amsterdam werden auf der Mini-Tour ebenso beglückt. Mitsamt Band und dem Support von Jo The Man The Music steht einem wundervollen Wintergig nichts mehr im Weg!


Benjamin Amaru > Homepage // 03.02.2026 // Muffathalle // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // Tickets ab 35 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten VVK-Stellen