Fotoquelle: Propeller Music

25. Oktober
Big Special

„I’m sorry about the mess, God washed his hands and left“ – so beginnt die erste Line auf dem im Juli erschienenen zweiten Album „National Average“ von Big Special. Ein Werk, das wie ein Presslufthammer in den Asphalt hämmert, nichts am Boden stehen lässt, wütendes Chaos hinterlässt und gleichzeitig frisch poliert daherkommt. Ein „Sorry“ ist dabei überhaupt nicht nötig: Das Duo aus Birmingham verkörpert eine vielfältige DNA aus mehreren Genres, die Wände einreißen kann und durch die am Ende grelles, wohltuendes Licht schießt.

Dass das Schreiben eines zweiten Albums für Bands oftmals herausfordernd ist, scheint für Big Special kaum ein Thema gewesen zu sein. Vielmehr wird die Energierampe des 2024 erschienenen Debütalbums „Postindustrial Hometown Blues“ weitergeführt, ohne dabei etwas anbrennen zu lassen.

Sänger Joe Hicklin liefert mal wieder stoische, sprechgesungene Wortattacken, lässig-nölenden Sprechgesang und scharfzüngige, bissige Phrasen – mal charmant gelangweilt, mal giftig spuckend, ummantelt mit britischem Sarkasmus. Dazu kommen melodische Momente, Kitchen-Sink-Poetry und Gospeleinflüsse, die selbst die härteste Abgebrühtheit berühren. Seine Texte sind angereichert mit Gedanken über soziale Missstände, aber auch mit befreiender Hoffnungslyrik, die den angestauten Zorn verpuffen lässt. Das Schöne und das Hässliche liegen hier nah beieinander – so wie der industrielle Dreck und die gläsernen modernen Hochhäuser von Birmingham. Dieses Spannungsfeld ist eingebettet in eine kraftvolle Soundkulisse, in der kratzige Synthies und saftige Basslinien mit dem stampfenden Groove des Drummers Callum Moloney perfektioniert werden.

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Das bei einem Zusammentreffen verschiedener Genres keine Langeweile zu erwarten ist, ist keine Frage. Dass am Ende aber alles so im Einklang zu einander steht und dabei eine stimmige, rohe Einheit bildet, ist die absolute Besonderheit von Big Special. Hymnisch-punkige Hooks, Schrägheit und eingängige Riffs mit uneingeschränktem Tanzpotenzial für die Arbeiterklasse, für Dancefloor-Rebellen und Pogo-Verliebte.

Am 25.10.2025 werden Big Special im Feierwerk Orangehouse mit ihrem musikalischen Exorzismus dem Publikum jeden Schweißtropfen herausdrücken. Live-Energie, die direkt ins Herz, durch die Beine und auf die Tanzfläche überträgt. Aber Achtung! Big Special ist keine nette Abendunterhaltung – es ist ein Muss für alle, die ein Ventil aus dem Sumpf brauchen, der uns täglich umgibt.

Die Gewinner*innen unserer Kartenverlosung wurden informiert.


curt präsentiert: Big Special > Homepage // 25. Oktober 2025 // Feierwerk Orangehouse // Einlass: 20 Uhr / Beginn: 21 Uhr // VVK 26 EUR zzgl. Gebühren