EinsEinsEins geben als Herkunftskoordinaten die beiden Standorte Berlin und Würzburg an. Bei Berlin wird die geneigte Hörer*in wenig überrascht sein, wenn das Album Energie zum ersten Mal im Player durchgelaufen ist und man sich zunächst ein wenig sortieren muss, angesichts der Vielfalt und wilden Stilgemische, die einem EinsEinsEins um die Ohren hauen. Der Krautklang aus dem All, wie sich das Trio selber beschreibt, hat aber vielleicht mehr mainfränkisches Wurzelwerk als man zunächst annehmen möchte.
Würzburg, die Weinstadt am Main, ist seit Jahrzehnten ein Fels in der Provinz auf dem Prog, Kraut, Space und Psychedelic bestens gedeihen. In den frühen 90er rief Charly Heidenreich die Konzertreihe Freakshow ins Leben und fordert bis heute die Hörgewohnheiten heraus und führt Interessierte zu etwas anderer Rockmusik. Den Faden spinnt seit vielen Jahren das Psychedelic Network Festival unter der Leitung vom umtriebigen SunHair weiter. Der Mensch hat übrigens – ebenfalls in den 90ern – eines der seltenen Konzert der Band Klangforschung in der KHG in Würzburg auf die Beine gestellt. Mehr Underground from outta space geht ja wohl kaum.
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Dank dieser einleitenden Worte sollte klar ausreichend hergeleitete sein, dass EinsEinsEins im Space- & Psychedelic-Rock, im Krautrock, der frühen Elektromusik, dem Progrock und dem Punk zuhause sind. Aus ihrer Verehrung für die Düsseldorfer Kraftwerk machen die Drei geradeweg sowas von kein Geheimnis. Der Song Fahrrad Fahren und der Opener Der letzte Countdown sind ein schöner Backflash in der 70er. Allerdings hat die Band nicht die digitale Instrumentalpower von Kraftwerk. Die klassische Rockbesetzung als Bass, Gitarre und Schlagzeug dominiert die Kompositionen. Sinnvoll ergänzt von warmen Synthesizerklängen.
In der Mitte des Albums drehen sich die Arrangements auch um die Zeit, als der pompöse Prog vom nicht minder pompösen Melodic-Rock abgelöst wurde. Also als aus den 70er die 80er wurden. Das Ganze aber nicht verklärt in Stile einer Tributeband sondern gepielt mit der scharfen Klinge der Jetztzeit. Hier und da mutete es an, als ob die Jungs die Musik von Level 42 oder Mr. Mister so lange mit dem Punkrockhammer bearbeite haben, bis die komplette Schnulzenlegierung ab ist und nur noch der Rockkern übrig bleibt. Den Rest besorgt die rotzige Attitude von Warrior Soul zu Last Decade Dead Century Zeiten. EinsEinsEins macht am Ende ein glattes Drei zu Null für Energie.
EinsEinsEins – Energie // Tonzonen Records / Cargo // VÖ: 26.09.2025 // > Facebook




