GusGus curt München

27. April
GusGus @ Technikum

Kaum ist der Winter vorbei, kreuchen die Isländer ans Licht. Einige – wie die Band GusGus, die sich sogar die südliche Sonne Münchens auf den milchigen Pelz scheinen lassen wollen – hängen danach noch eine Nachtschicht im Technikum dran. München spielt nämlich bei der Band GusGus eine Sonderrolle, denn der Bandname stammt gewissermaßen aus München.

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GusGus waren in den fernen 1990ern noch nicht GusGus und auch keine Band. Sigurður Kjartansson und Stefán Árni Þorgeirsson wollten damals einen Kurzfilm drehen. Den Filmbegeisterten war offenbar der Quasi-Münchner Ex-Kultregisseur Rainer Werner Fassbinder ein Begriff. Aus dessen Film „Angst essen Seele auf“ entstammt der Bandname, misheard im Film für „CousCous“. Als die beiden Isländer den Kurzfilm doch nicht gebacken bekamen, sondern nur den dazugehörigen Soundtrack, entstand eine Band. Eigentlich ein Bandprojekt, das sich dann GusGus nannte und erst England, dann Deutschland und schließlich die Welt mit Techno überzog.

Band ist für GusGus nicht die exakte Bezeichnung, denn so funktioniert GusGus nicht. Mal sind es zwei, die singen und die Knöpfchen drücken, mal stapeln sich ein ganzes Dutzend Leute auf der Bühne. Es ist ein strategisches Projekt, eine streng lösungsorientierte Kooperation.

Visualisiert eine Vielzahl von Elektronen, die sich in wechselnden Abständen um den Atomkern namens GusGus bewegen. Die letzten Veteranen aus den Anfangstagen Birgir „Biggi“ Þórarinsson and Daniel Ágúst Haraldsson erklären das so: „We did the first album, and then everybody left. It forced the band to constantly explore and reinventing itself.“ Das ist wohl das Isländische an ihnen. Nicht stehen bleiben, nicht stagnieren, keine starren Pläne. Stattdessen immer im Fluss, in Bewegung, am Ruder durchs Meer der Zeit. So klingen sie auch musikalisch – egal wer gerade mitrudert.

Im Januar 2018 erschien ein neuer Track mit dem Namen „Featherlight“. Ihm soll in Bälde ein Album mit dem Namen „Lies are more flexible“ folgen. Sicherlich wird Daníel Ágúst Haraldsson nicht ganz so ruhig und verträumt wie bei „Featherlight“ klingen. Mit den unvergessenen Dancefloor-Krachern „Need in me“ oder „Obnoxiously Sexual“ touren GusGus nämlich schon seit 2017 um die Welt mit Stationen in Los Angeles, Rumänien und Moskau.


GusGus // Support: Mexican Institute of Sound // 27. April // 20.30 Uhr // Technicum // VVK 30 Euro zzgl. Gebühren
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