Foto: von der haardt

26. Februar
Nils Hoffmann

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Nils Frahm und Nils Hoffmann verbindet nicht nur der selbe Vorname – beide stehen für diese deutsche Sonderdisziplin, Emotion nicht über Pathos zu lösen, sondern über Präzision. Frahm macht das am Klavier wie ein Minimalist mit großer Bühne, Hoffmann nimmt denselben Impuls mit in die Clubwelt: Melodie als Rückgrat, Zurückhaltung als Stilmittel, und ein Sound, der nicht drängelt, sondern zieht.

Der Weg dahin ist bei Hoffmann eher „langes Bauen“ als plötzlicher Durchbruch. Er kommt vom klassischen Instrument, wächst mit elektronischer Musik der 2000er auf – Paul Kalkbrenner, Trentemøller als frühe Fixsterne – und fängt um 2010 an, selbst zu produzieren: erst ausprobieren, dann verdichten, dann eine eigene Handschrift finden. Das Entscheidende ist: Er denkt Tracks wie Songs. Nicht nur Spannungsbogen, sondern Motive, die wiederkehren, kleine Harmoniewechsel, die sich anfühlen, als hätte jemand kurz das Licht anders gestellt.

Der größere Schritt nach außen kommt über den Anjunadeep-Kosmos: 2019 taucht er dort prominent auf – unter anderem mit Breathing (mit Ben Böhmer und Malou), einem Track, der ihn aus der „Kenner-Playlist“ raus in eine deutlich größere Öffentlichkeit hebt. Kurz danach folgt der Albumweg, der seinen Sound sauber kartiert: Once in a Blue Moon 2020 als Debüt, A Radiant Sign 2022 als offeneres, songorientiertes Kapitel. Und weil er nicht stehen bleibt, sondern weiter schiebt: 2023 kommt Closer als weiteres Anjunadeep-Signal, 2025 dann Everlight – das bislang rundeste Statement, weil es weniger „wir zeigen mal, was wir können“ ist und mehr „wir wissen, was wir sind“.

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Live im Ampere funktioniert das genau deshalb: weil es kein DJ-Booking ist, sondern ein Set, das wie ein Film geschnitten ist. Nicht großspurig, sondern konzentriert – die Melodien stehen im Raum, die Grooves tragen, und man merkt nach einer Weile, dass man viel genauer zuhört, als man es sich vorgenommen hatte.


Nils Hoffmann > Homepage // 26. Februar 2026 // Ampere // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // VVK: 25 Euro zzgl. Gebühr